Jan Delay: “Kinder sind das Coolste, was es gibt!”

copicos sprach mit Jan Delay über seinen neuen Film

Jan Delay und sein Alter Ego Socke

Jan Delay macht mit bei einem Trickfilm für Kinder? Hört sich an wie ein Scherz, stimmt aber: Der 36-Jährige spricht die Hauptrolle in “Der kleine Rabe Socke” (ab 6. September im Kino)! Im Interview mit copicos erzählt der Musiker, warum er dem schrägen Vogel seine Stimme leiht, Kinder total cool findet und ab und zu Lust auf Jobs ohne Nachdenken hat …


Der kleine Rabe ist bei Kindern seit Jahren ein Hit. Kanntest du ihn schon vor dem Film?
Nein, ich hatte ihn vorher nicht auf dem Schirm, obwohl ich eine kleine Patentochter habe und Freunde mit Kindern in dem Alter. Als ich dann das Buch bekommen habe mit der Anfrage, habe ich ihn gesehen und gleich ins Herz geschlossen.

Warum ins Herz geschlossen?
Weil er einfach so cool ist. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe mit seiner Socke, fand ich ihn einfach sofort geil. Als ich dann noch seinen Charakter mitbekommen habe, von wegen “gemeinsam sind wir stark” und so, und sein ganzes Hallodri-Zeug und seine Lügen und Aufschneidereien, da bin ich Fan geworden. Hätte es Socke schon gegeben, als ich vier war, hätte ich den voll abgefeiert.

Warum kann man Socke nicht böse sein, obwohl er so viel anstellt?
Weil er trotz allem ein riesiges Herz und ein Gewissen hat, glaube ich. Am Ende rückt er ja doch noch alles in Lot. Und er hat gute Freunde, die färben auf ihn ab. Er ist kein Arschloch. Er macht vieles falsch, aber er ist kein Arschloch.

"Der kleine Rabe Socke" läuft ab 6. September im Kino

Hat jede Menge Unsinn im Kopf und deshalb auch ständig Ärger: der Rabe Socke

Erkennst du dich ein bisschen wieder in Socke?
Ja, auf jeden Fall. Ich hab bestimmt auch schon sehr viel Scheiße erzählt und bin damit durchgekommen.

Der Film ist pädagogisch wertvoll, wie es so schön heißt. Warum macht er mehr Spaß als andere dieser Art?
Socke ist ein Antiheld. Er ist nicht so ein braver, blöder, langweiliger “Hanni und Nanni”-Typ, der auf dem Ponyhof ist und seine Hemden bügelt. Der ist voll das Straßenkind, baut Scheiße und kommt damit durch. Er ist nicht brav, er eckt an und kommt damit durch. Trotzdem geht es am Ende um das Wichtigste: um das Miteinander und um Freundschaft.

Jan Delay als cooler Hip-Hopper auf der einen Seite, ein Zeichentrickfilm für Kinder auf der anderen. Wie passt das zusammen?
Wieso muss sich das ausschließen? Kinder sind das Coolste, was es überhaupt gibt! Und Kinder finden Jan Delay richtig cool. Ich verstehe nicht, warum Coolness und Kinderfilme nicht zusammenpassen sollen Natürlich verstehe ich das, wenn wir hier von einem Ponyhof-Film reden, mit Bettzeug zusammenlegen und so weiter. Aber Socke ist doch richtig cool. Und coole Kinderfilme finde ich cool.

Hast du einen Lieblingsfilm?
Mein Lieblingskinderfilm aus der Erwachsenenzeit ist auf jeden Fall “Findet Nemo”. Für mich gibt es immer noch keinen Film, der da ran kommt, den Film finde ich richtig cool. Anke Engelke kann sich ein goldenes Denkmal bauen, weil sie in diesem Film den Fisch mit Gedächtnisschwund synchronisieren durfte.

Jan Delay im Interview mit copicos

Jan Delay leiht dem Raben Socke seine Stimme

Du sagst, Kinder seien das Coolste, das es gibt. Was ist an Kindern so cool?
Es gibt sicher auch extrem uncoole Kinder. Aber mir gefällt, dass Kinder so frei sind und ehrlich und so gerade heraus, nicht so verdorben von dieser ganzen blöden Welt aus Falschem und Höflichkeiten, Regeln und Gesetzen. Die sind einfach frei heraus und lassen ihr Herz entscheiden. Und das ist schön.

Socke ist deine dritte Synchronrolle. Was gefällt dir an dem Job?
Das Coole daran ist, im Studio mal so etwas wie einen Fabrikjob zu machen. Ich muss meinen Kopf nicht anstrengen. Ich komme da hin, der Regisseur sagt mir, wie meinen Text sprechen soll. Ich muss nicht denken, ich muss nur körperlich agieren und arbeiten. Danach kann ich nach Hause gehen und muss nicht daran denken. Wenn ich im Studio meine eigene Sachen mache, dann muss ich den Leuten die ganze Zeit sagen, wo es lang geht und überlegen, ob ich alles  richtig mache. Dann denke ich noch daran, wenn ich nach Hause gehe, wenn ich einschlafe und wenn ich am nächsten Morgen aufwache. Insofern ist es  schön, einfach mal nur ein Handwerker zu sein.

Fotos: Universum Film

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